Ehrenamtliche Hospizarbeit
Begleitung an den Übergängen des Lebens.
Menschen begleiten — auch dann, wenn nichts mehr „gelöst" werden muss.
Neben meiner Arbeit als Supervisorin und Coachin engagiere ich mich ehrenamtlich in der Hospizarbeit. Diese Aufgabe liegt mir besonders am Herzen.
Sie führt mich immer wieder dorthin, wo das Leben sehr unmittelbar wird:
zu Menschen, die schwer erkrankt sein können oder am Ende eines langen, erfüllten Lebens stehen, zu ihren Angehörigen und zu Situationen, in denen vieles, was im Alltag wichtig erscheint, plötzlich in den Hintergrund tritt.
Dabei geht es für mich nicht darum, Antworten zu geben.
Es geht um Präsenz. Um Zuhören. Um Aushalten. Um Begegnung.
Manchmal bedeutet Begleitung, miteinander zu sprechen. Manchmal bedeutet sie, gemeinsam zu schweigen. Und manchmal besteht sie darin, einfach da zu sein.
Alles ist im Raum
Das Gesagte und das Ungesagte. Angst und Hoffnung.
Trauer und manchmal überraschende Leichtigkeit.
Nähe und Rückzug.
Erinnerungen, offene Fragen, Dankbarkeit, vielleicht auch Wut.
Und manchmal einfach Stille.
Nicht alles davon muss ausgesprochen werden.
Nicht alles muss verstanden und schon gar nicht alles gelöst werden.
Ich habe gelernt, darauf zu vertrauen, dass auch das seinen Platz haben darf, was im Verborgenen liegt und sich nur langsam zeigt.
Was mich diese Arbeit lehrt
Die Hospizarbeit erinnert mich immer wieder daran, wie wichtig es ist,
Menschen in ihrer eigenen Geschwindigkeit zu begegnen.
Nicht jeder Mensch möchte sprechen. Nicht jedes Gefühl braucht sofort eine Erklärung. Nicht jede schwierige Situation lässt sich verändern.
Aber auch dort, wo sich äußere Umstände nicht mehr verändern lassen,
können Nähe, Vertrauen und ein geschützter Raum etwas bewirken.
Diese Erfahrung prägt auch meine Haltung in Supervision und Coaching:
genau hinzuhören, nicht vorschnell zu bewerten und dem Menschen zuzutrauen, seinen eigenen Weg zu finden.
Übergänge gehören zum Leben
Hospizarbeit bedeutet für mich nicht ausschließlich Abschied und Tod.
Sie erzählt auch viel vom Leben.
Von Beziehungen. Von Dankbarkeit und Versöhnung.
Von Dingen, die noch gesagt werden möchten.
Von Ängsten, Hoffnungen und manchmal überraschender Leichtigkeit.
Gerade an den Übergängen des Lebens wird häufig besonders deutlich,
was einem Menschen wirklich wichtig ist.
Menschen in solchen Situationen ein Stück begleiten zu dürfen,
empfinde ich als eine besondere und verantwortungsvolle Aufgabe.
Ich bin dankbar für diese wertvollen Erfahrungen.
Meine Hospizarbeit ist ein ehrenamtliches Engagement und kein kostenpflichtiges Angebot meiner Praxis.
Sie gehört dennoch zu mir und zu meinem beruflichen Selbstverständnis. Denn vieles von dem, was ich dort erfahre, bestärkt mich in einer Haltung, die auch meine professionelle Arbeit trägt.
„Menschen brauchen nicht immer Lösungen. Manchmal brauchen sie einen Menschen, der einfach da ist, den Raum hält, aufmerksam zuhört und ihnen auf Augenhöhe begegnet."
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